Die Zukunft des Welthandels

Ob TTIP, CETA oder die protektionistischen Ambitionen von Donald Trump: der Streit über die Ordnung des globalen Handels ist in vollem Gange – nicht nur unter Ökonominnen und Ökonomen. Das ist gut so, denn für uns ist klar: Bei internationalem Handel geht es nicht nur um Effizienz und Verteilungsfragen. Er hat soziale Auswirkungen, ökologische und kulturelle.

Dennoch bleiben viele drängende Fragen zu diesem Thema selbst in einem VWL-Studium undiskutiert. Die universitären Veranstaltungen beschäftigen sich im Kern mit ökonomischen Modellen und vermitteln die notwendigen mathematischen und methodischen Fähigkeiten – aktuelle Themen kommen höchstens als Fallbeispiel am Rand vor. Daher organisieren wir im Sommersemester 2018 eine Ringvorlesung an der Universität zu Köln, die genau diese Themen in den Mittelpunkt stellt.

Hier findet ihr alle Infos zur Anrechnung der Ringvorlesung im Studium Integrale. Wenn ihr Fragen zur Prüfungsleistung habt, klickt auf diesen Link.

Der deutsche Exportüberschuss

Deutschland ist Weltmeister – nicht mehr im Fußball, aber immer noch beim Leistungsbilanzüberschuss. Der betrug im vergangenen Jahr 287 Milliarden Dollar.

Dass Deutschland so viel mehr exportiert als importiert, kritisiert nicht nur Donald Trump. Auch Professor Gustav Horn, Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, mahnt zu höheren Löhnen und mehr Investitionen, um das Ungleichgewicht abzubauen.

Aber ist Deutschland wirklich schuld an der gefährlichen Schieflage? “Die Defizitländer müssen auch handeln, um ausgeglichene Bilanzen herzustellen”, findet Dr. Galina Kolev vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Wer hat Recht? Diesen Mittwoch werden die beiden Wissenschaftler mit uns über den Exportüberschuss diskutieren.

Am 4. Juli geht es um 17:45 Uhr los. Moderiert wird das Streitgespräch von Tobias Pastoors (Absolvent der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft).

Datum: 04.07.2018   –   Ort: Hörsaal XXIV (Wiso-Schlauch)  –  Zeit: 17:45 Uhr

Das Trilemma der Globalisierung

Achtung, Beginn erst um 18:30 Uhr! Diese Woche mit Erfrischung!

Die Globalisierung stellt uns vor ein “Trilemma”, sagt Professor Heribert Dieter. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Globale Fragen der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Beim Thema Globalisierung gibt es zwei extreme Positionen: Die einen werben für immer mehr Liberalisierung des Weltwirtschaftssystems, die anderen wollen die Abschottung. Für moderate Formen der Globalisierung scheint kein Platz zu sein, Kritiker der Globalisierung werden so schnell als Populisten abgestempelt. Während in den Industrieländern der Widerstand gegen eine weitere Vertiefung der internationalen Arbeitsteilung wächst, ist in vielen vergleichsweise armen Ländern ein hohes Maß an Begeisterung für die Globalisierung zu beobachten. Woran liegt dies? Gegen welche Fehlentwicklungen lehnen sich Menschen in OECD-Ländern auf? Zugleich fragen sich einige Beobachter, ob es ein Spannungsverhältnis zwischen Hyperglobalisierung, Demokratie und Nationalstaaten gibt: Zieht weit reichende Globalisierung einen Verzicht auf demokratisch verfasste Gesellschaften oder den heutigen Nationstaat nach sich?

Sind Demokratie, Nationalstaat und weitreichende Globalisierung tatsächlich nicht miteinander zu vereinbaren?

Aufgrund des Fußball-WM Deutschlandspiels beginnt die Ringvorlesung diese Woche etwas später. Aber Kommen lohnt sich: Nach der Veranstaltung gibt’s FREIBIER und kostenlos Professor Dieters Buch “Globalisierung à la carte”!

Vorlesung und Diskussion finden am Mittwoch, 27.06. wie gewohnt in Hörsaal XXIV im WiSo-Schlauch der Universität zu Köln statt. BEGINN IST DIESMAL ERST UM 18:30 UHR!

Roboter

Seit 2011 wächst der Welthandel schwächer als das Weltbruttoinlandsprodukt. Dalia Marin, Professorin an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, erforscht, warum dem so ist und verfolgt dabei zwei Hypothesen:

Hypothese 1:

Der Offenheitsgrad nimmt nicht weiter zu, weil die Roboter zur Rückverlagerung der Produktion von den Billiglohnländern in die reiche Industrieländer führen.

Hypothese 2:

Die Rückverlagerung der Industrie führt zu keinem Beschäftigungsboom in den reichen Industrieländern, weil die Roboter eine kapitalbasierte Technologie sind.

Welche Folgen haben diese Entwicklungen auf den Welthandel und die Beschäftigung in Industrie- und Entwicklungsländern? Werden sie die Ungleichheit zwischen den Löhnen von Hochschulabsolventen verstärken oder abschwächen?

Darüber wollen wir mit euch am Mittwoch, 20.06. um 17:45 Uhr diskutieren. Ort: Hörsaal XXIV, WiSo-Schlauch der Universität zu Köln

Umweltschutz

Ein vorrangiges Ziel von Freihandelsabkommen ist es, Wachstum zu bringen. In der Regel bedeutet mehr Wachstum eine höhere Güterproduktion und damit auch mehr Ausstoß von Treibhausgasen – oder? Denn durch Handel kann man auch dort produzieren, wo es am effizientesten ist oder effiziente Technologien austauschen. Wie stehen diese beiden Effekte gegeneinander? Wie kann man Freihandelsabkommen für den Umweltschutz einsetzen? Welche Ländern nutzen dieses Potenzial, um klimafreundlichen Handel zu fördern?

Darüber spricht Dr. Axel Berger, Leiter der G20 Policy Research Group am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) am kommenden Mittwoch.

Ort: Hörsaal XXIV, WiSo-Schlauch, Uni Köln;  13.06.2018 um 17:45 Uhr